Freitag, 16. September 2016

Porcelain - Moby

Moby wurde in den 90er Jahren zu einem der bekanntesten DJs und Musiker der Technoszene. Bewegend ehrlich, aber auch sehr selbstironisch und witzig erzählt er, wie er vom jungen unbekannten Elektromusikfrickler in New York zum DJ-Messias wird und sich im lauten Erfolgsbeat aus Musik, Alkohol und Sex fast verliert. Ein Buch nicht nur über ein Künstlerleben, sondern auch über das damalige New York und seine Underground-Clubszene, in der das Lebensgefühl eines Jahrzehnts geboren wurde.
Aus einfachen Verhältnissen kommend zieht Moby in den 80ern vom Land nach New York und versucht in der von Crack und der Aids-Epidemie gebeutelten Stadt seine ersten selbst gemixten Kassetten an den Mann zu bringen. Nach seinem ersten großen Erfolg 1991 mit dem Track »Go« wird er von Musikern und Fans gleichermaßen verehrt und gefeiert. Er fängt an, in den angesagtesten Clubs aufzulegen und tourt von einem Rave zum nächsten. Zuvor jahrelang ein christlicher, enthaltsamer und anti-alkoholischer Veganer, stürzt er sich in ein Leben voller Alkoholexesse und Sex. Absolut offen und schonungslos beschreibt er diese Zeit – mit all ihren Höhenflügen und Selbstzweifeln – bis er 2001 kurz vor seinem größten Erfolg mit dem Album »Play« steht. Er lässt uns eintauchen in die vibrierende Welt der Raves und Clubs und das extreme Leben im New York der 90er.
aus dem Amerikanischen übersetzt von Jürgen Neubauer
ISBN: 978-3-492-05713-4
Preis: € 24,00
464 Seiten

Dieses Buch ist mehr als eine Autobiographie, denn es erzählt so viel mehr als nur die Geschichte eines Lebens. Es erzählt die Geschichte einer ganzen Generation, zu der ich selbst, das sei nur am Rande bemerkt, nicht gehöre. Trotzdem ist Porcelain auch für mich ein interessanter Querschnitt durch die Popkultur der 90er Jahre. Außerdem überzeugt es durch einen fantastischen Schreibstil, facettenreich und farbenfroh ohne dabei kitschig zu sein.

Was mich wirklich überrascht hat, war, wie mitreißend und spannend diese Autobiografie geschrieben und aufgebaut ist. Außerdem ist sie sehr emotional und so kann man wirklich in die Erinnerungen des Autors eintauchen. Teilweise absolut spektakulär, skurril und mit einer guten Prise Humor werden hier viele Anekdoten erzählt. Verpackt sind diese in einer tollen Erzählstruktur, sodass sich Porcelain wie ein Roman liest und dabei den Realitätsbezug nicht verliert.

Ein wirklich gutes und vor allem authentisches Lesevergnügen nicht nur für Fans von Moby und seiner Musik. 5 von 5 Bücherherzen



Ein herzlicher Dank an den Piper-Verlag für die
Bereitstellung des Leseexemplares.

Ihr wollt Porcelain  kaufen? Hier geht's zur Verlagsseite.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen